Kurz, knapp, präzise und hoch informativ!
Die Freude über die Rückkehr auf‘s Spielfeld hält sich in diesem Jahr bei der 1c stark in Grenzen. Zu sehr haben die Corona- Maßnahmen die gewohnten Abläufe verändert und das kulturelle Mannschaftsleben fast zum Stillstand gebracht. Zahlreiche Stammkräfte der 1c zählen seit März nicht mehr zum Kader, weil sie teilweise gleich mehreren, oder gar allen Risikogruppen angehören und während der Spiele oder im Laufe der Saison ausfallen könnten. Ein Jahr vor dem großen 30jährigen Jubiläum der Mannschaft wollte das die Mannschaftsleitung nicht riskieren und hat zahlreiche Akteure, meist ältere Semester, freigestellt und nun sollen es die Jungen richten. Aber „jung“ und „1c“, das hört sich an wie ein Paradoxon und so klafft derzeit ein großes Loch im Kader der 1c. Hauptgrund dafür ist, dass es im Verein keine jungen Alten als Nachrücker mehr gibt. Zwar waren noch im März vor dem Lockdown gleich mehrere Enddreißiger in der 2. Mannschaft aktiv. Die aber verloren während den Anfängen der Corona-Krise den sportlichen Anschluss und beendeten allesamt ihre Karrieren. So fehlt der 1c jetzt der Nachwuchs, also die Alten aus den jüngeren Mannschaften. So musste das Team-Management handeln und nach langen Überlegungen wurde eine neue Strategie entwickelt, wie man den Problemen begegnen will. Der Pressesprecher der Mannschaft und Co-Trainer Bernd „Schoko“ Schaack ließ dann nach dem Abschlusstraining am Donnerstag keinen Zweifel aufkommen, dass es zu einem personellen Erdbeben im Team kommen könnte. „Wir öffnen unsere Tore wagenweit“, meinte er zu den zahlreich anwesenden Medienvertretern, „ab sofort sind in der 1c auch Spieler unter 35 Jahre denkbar!“
Wie diese neue Philosophie innerhalb der wenigen Tage bis zum ersten Spiel in die Tat umgesetzt werden sollte, verschwieg der 1c- Torjäger jedoch und versteckte sich mit ernster Miene hinter seinem Mund-Nasen - Schutz. Den anwesenden 1c-Rentnern, wie Michael Beutter, Herbert Nuffer, René Steinert und Admir Cosovich fiel es sichtlich schwer, sich an solche Gedanken zu gewöhnen. Wieder einmal hatte der Virus brutal zugeschlagen! So fährt die 1c am Samstag mit völlig verändertem Gesicht zum ersten Spiel der Saison 20/21 zur TSG Ailingen 2 und darf dabei ihre „Früh-Rentner“ nicht einmal als Zuschauer mitnehmen, da die wenigen Plätze in der Ailinger Halle für die Gastgeber reserviert sind.
Dabei hatten sich vor Saison eigentlich alle Spieler darauf gefreut, nach vielen Jahren wieder einmal in der Südgruppe spielen zu können. Bad Waldsee, Leutkirch, Isny, Tettnang-Langenargen und Ailingen sind die neuen Gegner und, wenn es die Pandemie vielleicht wieder zulässt, auch der HC Hohenems in Vorarlberg. Das erhoffte Rahmenprogramm dieser Saison ist jedoch stark gefährdet. Denn die vielen Speiselokale, die die 1c in früheren Jahren in dieser Region regelmäßig besucht hat, existieren zum größten Teil nicht mehr. Klar, wenn die beste Kundschaft fehlt… Sportlich ist das Auftaktspiel für die 1c gleich ein ausgezeichneter Maßstab, denn Gastgeber Ailingen hat vor einer Woche das erste Spiel der Bodenseeliga in Isny mit 27:25 Toren gewonnen und ist damit der erste Tabellenführer der neuen Saison. Das sollte für die Gäste aus Bad Saulgau eine zusätzliche Motivation sein, sich gleich im ersten Spiel mächtig ins Zeug zu legen. Andererseits kommt dieser starke Gegner für die neuformierte Mannschaft eigentlich viel zu früh. Doch wer weiß, wie lange diese Saison währt, wo gerade überall die Spiele wegen Corona schon wieder abgesagt werden. Nach dem Spiel in Ailingen hat die Bad Saulgauer Mannschaft dann schon wieder vier Wochen Pause, bevor die Saison richtig ins Laufen kommt. Zeit genug, um die Erkenntnisse der ersten Partie auszuwerten und mögliche Defizite auszugleichen. Der 3. Platz aus der vergangenen Saison dürfte zwar schwerlich wieder zu erreichen sein, aber anstreben wird ihn die Mannschaft in jedem Fall!
Organisatorisch hatte dieses erste Spiel den Verantwortlichen im Vorfeld einiges abverlangt. Noch am vergangenen Mittwoch waren es nur 6 Feldspieler, die einsatzfähig waren und zur Verfügung standen. Der Rest des Teams war aus unterschiedlichsten Gründen nicht spielfähig. Mit Louis Binder, Dominic Widmer und Philipp Abt stießen dann aber gerade noch rechtzeitig drei Neuzugänge zur Mannschaft, ohne die dieser Erfolg beim Tabellenführer Ailingen 2 nicht denkbar gewesen wäre. Louis Binder konnte dabei als jüngster Spieler im Team sein allererstes Spiel überhaupt absolvieren. Die anderen beiden Neuzugänge zeigten, dass ehemals gute Spieler auch nach langer Pause nichts verlernt haben müssen. Philipp Abt, der in der 20. Minute erstmals eingewechselt wurde, stellte dabei sogar einen neuen 1c-Rekord auf: Der Spieler erzielte drei Sekunden nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Ballkontakt gleich sein erstes Tor für seine neue Mannschaft. Für die wesentlich jüngeren Gastgeber war es bereits die zweite Partie. Nach dem Auswärtssieg in Isny in der Vorwoche fehlten der Mannschaft aber, ähnlich wie beim TSV, einige Stammkräfte. So war das Spiel der ersten Viertelstunde bei beiden Teams von zahlreichen Unsicherheiten und Ballverlusten geprägt. Die Gastgeber nahmen sich einige ungenaue Würfe, die oft neben dem TSV-Tor landeten oder eine Beute von Torhüter Norbert Jakubczyk wurden. Die 1c-Spieler „verkünstelten“ sich gleich mehrmals mit Kreisanspielen, die meist beim Gegner landeten. Nach einem 2:1 Start für den TSV war Ailingen jedoch etwas konsequenter, hinterlief immer wieder die Bad Saulgauer Abwehr und führte in der 14. Spielminute mit 8:6 Toren. Ein kaum erkennbarer Zwischenspurt brachte in nur wenigen Minuten dann aber die Gäste in Führung. Doch an Absetzen war auch hier nicht zu denken, denn die Gastgeber blieben ließen sich nicht Abschütteln. Zur Pause führte der Gast aus Bad Saulgau mit 12:11 Toren nur knapp. Beide Teams hatten in ihren Torhütern die besten Spieler. Trotzdem räumte TSV-Schlussmann Norbert Jakubczy seinen Platz für seinen Kollegen Frank Gedack, der auch gleich den ersten Wurf nach dem Wiederbeginn sensationell parierte. Er selbst war nach wenigen Minuten jedoch mit seiner Leistung nicht zufrieden und wechselte wieder zurück. Doch die 1c konnte sich einfach nicht absetzen. Die Gastgeber schafften meist umgehend den Ausgleich. In der 41. Spielminute kam es dann durch Tore von Alexander Osswald und Bernd Schaack zur ersten 2- Tore- Führung für den TSV 3. Nach dem Anschluss der Gastgeber waren wieder Bernd Schaack und Kai Widmer, die die Führung auf 20:17 Tore erhöhen konnten. Doch die Gäste aus der Badstadt konnten diesen Vorsprung nicht verteidigen, weil sie im Angriff einfach noch zu viele leichte Ballverluste hatten. Jetzt waren es die Ailinger, die kräftigt auf das Tempo drückten und in der 49. Spielminute den verdienten Ausgleich zum 21:21 erzielten. Doch der TSV blieb cool, ließ sich überhaupt nicht vom Ergebnis beeindrucken. Alexander Osswald und Bernd Schaack legten wieder zwei Tore zum 24:22 vor. Ailingen machte wenig später den Anschluss, verursachte aber kurz danach einen Strafwurf und eine Strafzeit. Alexander Rauch verwandelte den Strafwurf für den TSV. Dann allerdings verstolperten die Gäste aus Bad Saulgau zwei Angriffe und die Hausherren nutzten beide Chancen zum 24:24 Ausgleich, fast genau 2 Minuten vor dem Spielende. Ein extrem langer Angriff des TSV endete mit einem wichtigen Treffer durch Neuzugang Philipp Abt am Kreis, aber es war noch über eine Minute zu spielen. Ailingen zeigte sich jetzt etwas übereilig, schloss nach nur wenigen Sekunden unvorbereitet ab und der Ball landete zur Freude des TSV neben dem Tor. Beim Abwurf des TSV-Keepers waren noch 55 Sekunden auf der Uhr, aber schon nach dem 2. Pass hob der Unparteiische zum Erstaunen der Bad Saulgauer Mannschaft den
Einszeh.de: Hallo Bernd! Erstes Spiel und gleich wieder 9 Tore. Bist du mit deiner Leistung zufrieden? Schoko: Ach, was soll ich da sagen… Klar, mit meiner Leistung bin ich schon zufrieden! Einszeh.de: Neun Tore sind ja ne Menge Holz, willst du du diese Saison etwa deinen eigenen Rekord angreifen. Schoko: Meinen eigenen Rekord? Ne, ne - wie denn? Das ist ein Rekord für die Ewigkeit, den greift nicht einmal ein Schoko in Höchstform an! Einszeh.de: Ok, reden wir mal über das Spiel. Wie gefallen dir die Neuzugänge im Team? Schoko: Da kann man jetzt noch gar nichts sagen. Ich habe die ja erst in Ailingen kennengelernt und die hatten noch gar keine Zeit, ihren Einstand zu zahlen! Einszeh.de: Ich meinte ja auch eher aus sportlicher Sicht. Schoko: Ich auch! Einszeh.de: Ok! Ein anderes Thema: Ihr seid jetzt Tabellenführer. Das ist doch etwas seltsam. Bad Waldsee hat doch ein viel besseres Torverhältnis und liegt trotzdem hinter der 1c. Wie kann das sein? Schoko: Ja das ist völlig korrekt! Wie wird man beispielsweise Weltmeister? Na? Indem man den amtierenden Weltmeister schlägt! Und wer hat am Samstag gegen den amtierenden Tabellenführer gewonnen? Jawohl, ich! Also die 1c natürlich... Aber das ist natürlich etwas komplizierter. Wir sind ja auch noch die älteste Mannschaft, auch wenn wir jetzt gerade mal kurz etwas jünger sind. Generell ist es so, wenn du gegen eine Mannschaft gewinnst, die noch nichts gewonnen hat, dann bist du natürlich in der Tabelle hinter einer Mannschaft, die schon gegen eine Mannschaft gewonnen hat, die auch schon gegen eine Mannschaft gewonnen hat. Genau so läuft das! Einszeh.de: Wow! Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!
Das Interview zum Spiel mit 1c-Co-Trainer und 1c-Pressesprecher und 1c-Torschützenkönig Bernd „Schoko“ Schaack.
Arm wegen passivem Spiel. Trotzdem nahm TSV- Trainer Günther Halder seine letzte Auszeit und schwor seine Spieler nochmals auf die restliche Spielzeit von 50 Sekunden ein. Zehn Sekunden vor dem Ende kam Ailingen dann noch einmal in Ballbesitz. Doch der TSV war schnell in der Abwehr zurück. Ein letzter Freiwurf nach Spielende an sehr ungünstiger Position brachte den Gastgebern nichts mehr ein und so durfte der TSV verdient, aber doch auch mit einem Schuss Glück, beide Punkte mit nach Hause nehmen und ist nun für vermutlich eine Woche Tabellenführer. Insgesamt eine gute Mannschaftsleistung der 1c mit einem herausragenden Norbert Jakubczyk im Tor und einem genialen Torjäger Bernd „Schoko“ Schaack! Nicht zu vergessen, dass auch drei Neuzugänge ins Spiel integriert werden mussten. Für den TSV ist nach diesem Auftaktsieg erstmal wieder Pausieren angesagt. Weiter geht‘s erst in 4 Wochen im Sportzentrum Langenargen gegen die HSG Tettnang-Langenargen 3.